Schöne Ausdrücke
hat mein Lehrer. Gestern hat er beim Pushhands die zwei Grundlagen so charakterisiert: "Unten stabil und oben nicht da."
Gemeint hat er den stabilen Stand, das Verwurzeltsein in den Boden hinein, ruhig auch mal mit einem Bein zu üben (gaaanz schwierig), und oben das Ausweichen, das uns Männern ja immer so schwer fällt. Wir haben ja immer Kraft und meistens auch Gewicht, und das setzen wir gerne auch ein, weil es uns einen Vorteil bietet. Beim Taiji nicht, da ist es ein Nachteil.
Stattdessen haben wir geübt, zu spüren, was da kommt vom anderen, und auszuweichen, "nicht da" zu sein. Schon bei der ersten Bewegung un Begegnung auszuweichen, zu entspannen, loszulassen. Ein Kilo, fünfzig Gramm, zehn Gramm, ein Gramm: "nicht da". Der andere kommt und rennt ins Nichts. Der andere fasst die Arme, sie sind schon weg. Wenn er nachfasst, muss er ihnen hinterherrennen. Der andere nimmt uns in den Schwitzkasten, wir lassen los und drehen ihn damit, weil er annimmt, dass wir uns wehren. Wir wehren uns aber nicht, sondern lassen los.
Und immer, wenn wir das machen, verändern wir den Körper, die Struktur des anderen, der mit Widerstand rechnet, aber nicht damit, dass wir loslassen. Das Gegenteil von dem machen, was erwartet wird.
Auch das ist natürlich ein philosophischer Gedanke, der aus der Handlung entspringt. Nichts tun, uns ergeben, nicht in die Gewalt des anderen, sondern in den Fluss unseres Körpers und des Gegners. Nicht uns seiner Struktur anpassen, sondern unsere natürliche Struktur behalten, und die will sich eben in jeder Lage entspannen. Und damit haben wir ihn.
Fazit: Der Entspanntere gewinnt. Wie das Wasser. Wenn das nicht Taoismus ist. (Das ist allerdings alles mein eigener Mist, mein Lehrer hat's nur vorgemacht, nicht erklärt, nicht philosophiert. Macht der selten.)
Ein sehr schönes und wunderbares Training. Wieder einmal. Wie immer. Danke, Bernhard.
Gemeint hat er den stabilen Stand, das Verwurzeltsein in den Boden hinein, ruhig auch mal mit einem Bein zu üben (gaaanz schwierig), und oben das Ausweichen, das uns Männern ja immer so schwer fällt. Wir haben ja immer Kraft und meistens auch Gewicht, und das setzen wir gerne auch ein, weil es uns einen Vorteil bietet. Beim Taiji nicht, da ist es ein Nachteil.
Stattdessen haben wir geübt, zu spüren, was da kommt vom anderen, und auszuweichen, "nicht da" zu sein. Schon bei der ersten Bewegung un Begegnung auszuweichen, zu entspannen, loszulassen. Ein Kilo, fünfzig Gramm, zehn Gramm, ein Gramm: "nicht da". Der andere kommt und rennt ins Nichts. Der andere fasst die Arme, sie sind schon weg. Wenn er nachfasst, muss er ihnen hinterherrennen. Der andere nimmt uns in den Schwitzkasten, wir lassen los und drehen ihn damit, weil er annimmt, dass wir uns wehren. Wir wehren uns aber nicht, sondern lassen los.
Und immer, wenn wir das machen, verändern wir den Körper, die Struktur des anderen, der mit Widerstand rechnet, aber nicht damit, dass wir loslassen. Das Gegenteil von dem machen, was erwartet wird.
Auch das ist natürlich ein philosophischer Gedanke, der aus der Handlung entspringt. Nichts tun, uns ergeben, nicht in die Gewalt des anderen, sondern in den Fluss unseres Körpers und des Gegners. Nicht uns seiner Struktur anpassen, sondern unsere natürliche Struktur behalten, und die will sich eben in jeder Lage entspannen. Und damit haben wir ihn.
Fazit: Der Entspanntere gewinnt. Wie das Wasser. Wenn das nicht Taoismus ist. (Das ist allerdings alles mein eigener Mist, mein Lehrer hat's nur vorgemacht, nicht erklärt, nicht philosophiert. Macht der selten.)
Ein sehr schönes und wunderbares Training. Wieder einmal. Wie immer. Danke, Bernhard.
Herr Yang - 16. Jul, 12:07
Sehr gut
Na,
Danke für deinen Kommentar. Ich finde, dass ich viel Glück mit meinem Lehrer habe, mit seinem eher norddeutschen, weil trockenen Humor und seiner sehr realistischen, bodenständigen Art. Er erklärt immer alles mit der Anwendung, legt sehr viel Wert darauf und macht sich ab und zu lustig über das Training in der ITCCA, bei denen er auch eine Lehrerausbildung absolviert hat. Da musste der Arm immer um soundsoviel Grad gehalten werden. Während man das viel einfacher damit erklären kann, dass halt ein Fauststoß von vorne kommt, den man abwehren muss. Dann kapiert's auch der letzte sofort, wenn er das auch mal so übt. - Er redet auch immer ironisch von der "deutschen Normschulter", wenn er sagt, dass man schulterbreit stehen soll: "Die deutsche Normschulter hat 40,5 cm" oder so.
Ja, es dauert lange, bis sich der Körper daran gewöhnt, dass er weich sein darf, weich sein kann, weich ist.