Freitag, 4. April 2008

Man lernt viel

beim Unterrichten. Das ist ja nun recht neu für mich. Letzt hatte ich eine Anfängergruppe, die haben sich derart unbeholfen bewegt beim Qi Gong, dass ich mich als Anfänger habe stehen sehen vor ein paar Jahren. Genauso sah ich aus. Putzig. Und habe auch, trotz Erklärungen, die einfachsten Sachen nicht verstanden. Habe nach vorne zum Lehrer geguckt und nicht richtig sehen können, was der da macht, obwohl es ja eigentlich offensichtlich ist. Ist schon seltsam, dass man mit der Beobachtung und dem Gefühl für sich derart falsch liegen kann.

Am Schluss habe ich meine Lieblingsübung gemacht, der eine nimmt sich den Arm des zweiten und schüttelt ihn vorsichtig. Da habe ich dann zwei dieser unbeholfenen Mädels (waren meist um die 20 Jahre alt) gesehen, wie sie den Arm einfach so schlapp runterhängen lassen konnten und ihn derart entspannen konnten. Das fand ich sehr schön. Hätte ich nicht gedacht. Ist auch eine gute Übung für die, die schütteln, weil sie dann schon mal merken, wie es sich anfühlt, wenn der andere entspannt ist und wann angespannt.

Anders bei der anderen Gruppe, wo eine Frau um die Mitte 50 neu dabei ist, mit hochgezogenen Schultern, die sich ganz offensichtlich gegen den Druck ihres ganzen Lebens stemmen, den sie auf dem Buckel hat. Die konnte den rechten Arm (Rechtshänderin) überhaupt nicht entspannen. Gar nicht.

Interessant.

Aber das ist nicht alles, was ich lerne. Ich lerne auch, was ich alles noch nicht kann und nicht weiß. Ich lerne, was ich alles kann und weiß. Ich lerne, manche Sachen zu überdenken. Ich lerne, mir Partnerübungen auszudenken, ich lerne Methoden, wie man die Leute zum spüren bekommt, sich und den anderen spüren. Ich lerne Didaktik: die Stunde aufteilen, zu einem guten Abschluss kommen.

Was ich gut kann, was mein Lehrer immer als das Wichtigste bei Anfängern predigte: eine ruhige, konzentrierte Atmosphäre herstellen, wo die Leute nicht abschweifen, nicht anfangen zu quatschen, sondern sich auf die Übungen zu konzentrieren und ruhig werden. Ruhig werden ist die erste Voraussetzung für's Loslassen, für's Entspannen.

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