Montag, 21. April 2008

Wegen Urlaub geschlossen.

Freitag, 18. April 2008

Manchmal habe ich das Gefühl,

als wenn sich wirklich etwas täte. Als wenn sich jetzt gerade ein weiterer, klitzekleiner Sprung vorbereitete. Es ist so ein lauerndes Gefühl, gemischt mit Leichtigkeit und Geduld. Komische Beschreibung, gell?

Dabei kann ich natürlich gar nichts tun als weiter üben. Im Moment bin ich bei der Langform im dritten Teil, bei dem Bild "Edle Jadeprinzessin am Webstuhl". Wie immer finde ich das alles äußerst seltsam. WAS soll ich mit den Armen machen? Was, wieso jetzt NOCH ein Schritt? Okay, also gut. Machen wir das. Haben schon so viel anderes gemacht, was auch ganz arg seltsam war.

Nicht schön finde ich immer noch das Bild "diagonal fliegen", das Ding nach den "Rückwärtsaffen", denn da bedeutet diagonal: diagonal nach hinten. Also einmal rumdrehen. wieviel Grad ist die Fußstellung? So bei 160 Grad. Ich hatte gehofft, dass unser Lehrer das jetzt mal aus der Langform rausgenommen hat oder angepasst. Nix da. Wird so gemacht wie immer. Ph.

Jedenfalls übt das schön die Öffnung des Kwa.

Donnerstag, 10. April 2008

Soll man das glauben?

Da kam heute einer zu seiner ersten Stunde, und er kam zehn Minuten zu spät. Ich fasse es nicht.

Mittwoch, 9. April 2008

Spannend ist auch,

wenn der eigentliche Lehrer ausfällt und eine Vertretung unterrichtet. Gestern habe ich drei Stunden bei K. gelernt. Sie hat natürlich die selben Lehrer wie unser Lehrer, aber ihre Persönlichkeit ist anders. Sie erklärt sehr viel mehr, auch während der Übung sagt sie mal etwas, um vor allem den Anfängern, die beim Qi Gong- und Idogo-Kurs dabei waren, die Bewegungen und das innere Geschehen zu erklären, hat einmal eine Übung, bei der man den Kopf nach unten hängen lässt, vorgemacht, sodass jeder wusste, was er zu tun hatte. anders als B., der auch mal gar nichts sagt, sondern meint, es wäre auch spannend, dass die Anfänger selber mal gucken, was bei ihnen passiert. Ich tendiere bei Anfängern auch eher zum mal was erklären zwischendurch. Keine Theorie, sondern die Übungen selber.

K. ist auch viel wärmer und zugewandter. Nicht dass unser Shifu kalt wäre, aber er ist doch etwas distanzierter, wenn auch sehr herzlich.

So hat jeder seinen Taiji-Stil und auch seinen Unterrichtsstil.

Bei der dritten Stunde, in der einige Anfänger die Langform lernen (gerade im Anfang des ersten Teils sind), ist mir auch die grobe Unbeholfenheit einiger Männer aufgefallen, die mit Sicherheit allerhöchstens seit einem halben Jahr Qi Gong machen. Mein Gottchen: So sah ich auch mal aus? Keine Spur von irgendeinem Fließen. Keinen Schimmer von entspannter Bewegung. K. hat sie alle gelobt, immer positiv verstärkt.

Und Selbstverteidigung: Da muss ich noch viel, viel lernen. Da fang' ich sofort an, mich wieder anzuspannen in den Armen, wenn ich das Loi mache. Bei Pushen nicht, da konzentriere ich mich ganz auf's Loslassen, aber sobald es anwendungsbezogen wird, geht's schief.

Also: üben, üben, üben.

Sonntag, 6. April 2008

Ein Koan über Meditation

In einem anderen Fred habe ich einen Beitrag gefunden, vom Stillen, der mich auf etwas gebracht hat, warum ich damals, nach so vielen Jahren, mit Zazen aufgehört habe. Es heißt da:

Eine Meditation ist immer unsinnig, wenn man eine Belohnung durch eine höheren Macht erhoff, wenn man lang genug sitzt. Diese Art Meditation hilft etwa so, als bete man 20 Rosenkränze oder vertraut seine Sehnsüchte einer klapprigen Gebetsmühle an. (... gekürzt von mir, Herr Yang, ebenso wie die Verbesserung der Rechtschreibung, Kommasetzung und Grammatik) Wenn irgendjemand erwartet, erleuchtet zu werden - egal was das bedeutet - hofft vergeblich. Denn das einzige, was du erfährt, ist die Erkenntnis bei der Meditation, die Nutzlosigkeit der Bemühung, diese oder ähnliches zu erreichen, wie ein weiser Mensch zu werden oder die richtige Berufswahl oder 6 richtige Lottozahlen oder oder oder. Sollte doch jemand dir sagen, durch Meditation kann man Wunder vollbringen, der ist ein Betrüger und will nur dein Geld aus der Tasche ziehen. Das einzige, was du erreichst, ist, dass du dich vor den richtigen Problemen in irgendeine Illusion flüchtest (...). (Der Rest des Beitrags ist auch sehr gut, wenn man mal von der haarsträubenden Misshandlung der deutschen Sprache absieht.)

Das heißt für mich, dass ich mit Zazen aufgehört habe, weil ich eingesehen habe, dass es nichts bringt. Das heißt: Ich war erleuchtet.

Jetzt muss ich dann aber weiterüben. Schönes Mehrfachparadox. Ein Kôan: Wieso meditiere ich, wenn man durch Meditation nichts erreicht? Wieso, wenn ich schon erleuchtet bin? Wieso höre ich auf, wenn ich noch nicht erleuchtet bin?

Wenn ich schon immer

über die Kampfkunstforen meckere, muss ich auch mal was Positives melden: Jetzt gibt es gerade einen interessanten Fred (thread) über Frauen im Taiji. Die Ausgangsfrage war: Die Taiji-Klassen sind voll von Frauen, aber lehrende Meisterinnen gibt es nur wenige. Woran könnte das liegen? Nach einigen eher allgemeineren Statements und Hinweisen, dass es wohl überall gute Lehrerinnen und Taijilerinnen gibt, kam von GilesTCC folgender sehr schöner Beitrag, den ich hier mal ausführlich zitiere, weil ich ihn so gut finde:

Ich vermute, es liegt zum Teil an den Methoden des Taijiquan als Kampfkunst. Ich kenne viele Frauen, die die Soloformen - Handformen und Waffen - von Taijiquan gerne machen und teils ziemlich intensiv trainieren. Das kann man mit sowohl Ruhe/Entspannung und mit einem Gefühl der Ästhetik machen. Manche unterrichten dann auch entsprechend.

Und dann gibt es Tuishou (wir lassen Anwendungen/SV und Sparring erstmal weg). Auch da kenne ich immerhin etliche Frauen, die Tuishou bis auf eine bestimmte Ebene gerne machen. Wenn man die Aspekte von Entspannung und Wahrnehmung/Sensibilität betont, dann haben auch genug Frauen ihren Spaß daran. Diese sind auch sehr wichtige Aspekte, aber zugleich nur Teilaspekte bzw. Vorübungen, für das eigentliche Taijiquan als Kampfkunst.

Das "Problem" kommt vor allem bei der nächsten Stufe, wenn es heisst: Jetzt pusht der Partner zielgerichtet (was längst noch nicht 'brutal' bedeutet) auf meine Mitte, und ich soll diesen Push mittels der "schönen Entspannung" abwehren. Wie soll das gehen? Die Antwort: mann/frau muß diese "feindliche Energie" gewissermaßen akzeptieren, "in sich hineinlassen", um damit den Impuls zu neutralisiern/transformieren. Selbst wenn das äusserlich wie ein kurzes, zackiges Abprellenlassen aussieht, muß man trotzdem dieses "in sich hineinlassen" finden. Das ist für fast alle, ob Mann oder Frau, anfangs schwer hinzukriegen. Aber, meiner Erfahrung nach, scheint es für vielen Frauen auf der psychischen Ebene noch schwieriger/brisanter zu sein, als es für Männer ist. Es ist nicht unbedingt das "Kämpfen", was schwierig ist, sondern das "Zulassen", wenn der andere eine 'aggressive' Energie produziert.

Zwei konkrete Beispiele, aber ich könnte viel mehr davon nennen:
- Eine Frau - die Freundin einer meinen Schüler, die schon früher etwas Taikwodo gemacht hatte - sagte mir, nach einem halben Jahr, daß Tuishou ihr irgendwie "zu nah" ginge. Danach hat sie ihr Glück bei Stockkampfkunst (Modern Arnis, glaube ich) gefunden. Sie meinte, mit den Stöcken sei alles viel deutlicher, sie konnte die Abgrenzung viel besser bestimmen und fühlen und fühlte sich wohler damit. Völlig in Ordnung.
- Neulich bei einem Kurs ("Taijiquan als Kampflunst") auf der Uni sagte mir nach 6 Wochen eine junge Dame etwas ähnliches. Sie machte Karate seit einigen Jahren und hatte auch schon Sparring gemacht. Sie konnte spüren, sagte sie, daß der "weiche" (ihr Wort, nicht meins) Ansatz von Taijiquan erstaunlicherweise gut funktionieren würde, und daß sie mit ihren Techniken nicht dagegen ankamen. Sie würde auch spüren, daß meine (wohldosierte!!) "weiche" Schläge oder Hebeln sehr effektiv sei. Aber ihre "harte" Techniken würden ihr zugleich ein Gefühl der Sicherheit geben und sie wollte sich nicht wieder verunsichern lassen (ihren "Schutz" aufgeben), indem sie sich auf Taijiquan einlässt. Sie würde zwar logisch erkennen, daß sie sich auf Dauer auch gut (oder vielleicht noch besser) mit Taijiquan würde "schützen" können, aber die Reise dahin wäre für sie zu verunsichernd. Auch in Ordnung.

Hier möchte ich betonen, daß meine Art, Tuishou und Anwendungen zu unterrichten, nicht dem "Kuscheltaiji" zuzuordnen ist, und auch schon technisch keine Gelegenheit für "grabschen" oder ähnliches bietet. Die Trainingskultur und die Auswahl von Schülern schliesst das ebenfalls ziemlich gut aus.

Das Problematik kann theoretisch jeden, Mann oder Frau, betreffen. Aber in der Praxis scheint es für die meisten Frauen noch schwieriger zu sein. Vielleicht ist es so (?), daß die allemeisten Frauen, die bereit/gewollt sind, sich mit Kampfkunst und Selbstverteidigung auseinanderzusetzen sind, eine KK suchen, die eine klare und sofort deutliche Abgrenzung zum anderen geben. Vielleicht muß man als Frau diese Angrenzung noch deutlicher entwicklen/zeigen. (??) Das könnte wiederum an die Rollen (passiv, "nachgiebig", "nett sein müssen"), die Frauen in unsere Gesellschaft noch meistens zugeschoben werden.

Natürlich ist es so, daß Taijiquan auch sehr klare Angrenzung beinhaltet. Und zwar eine, die auf viel mehr Abständen oder "Schichten" funktioniert, als bei dem Gros der KKs. Selbst mit einem sehr "weichen" Lü-jin setzt man immer noch eine effiziente Grenze, da die eigene Mitte für den Gegner unerreichbar bleibt. Aber der Weg dahin ist viel "unsicherer", und bis man die Techniken/Prinzipien beherrscht, kann man sich sehr "nackt" fühlen. Und für viele - obwohl doch nicht alle - Frauen, scheint das psychsich besonders schwierig.


Eine sehr gute Beobachtung. Als Mann kann ich da wenig zu sagen. Aber es hört sich schon sehr plausibel an. Was einige Frauen im Forum bestätigten. Und noch einmal auf die Spitze trieben: Es geht um das verführen / einladen / hineinlassen (absichtlich so formuliert, damits leichter klingelt, was daran für viele frauen ein problem sein könnte). Wobei das natürlich auch für Männer ein Problem sein sollte. Wahrscheinlich es das aufgrund mangelnder Sensibilität nicht. Oder wir haben bessere Abgrenzungsmechanismen. Können also jemanden reinlassen und immer kontrollieren, wie weit es geht bzw. wann es zu viel wird. Frauen anscheinend nicht. Da geht es wohl um ein Entweder ganz oder gar nicht.

Zum Unterschied von Taiji und Tanzen schrieb Tsange aus Wien: der unterschied ist die kontrolle über die eigenen grenzen.

deshalb kann ein tanz mit einem aufdringlichen menschen ähnlich unangenehm sein wie gepushed werden von jemand, dem das auf drängende bis feindselige weise gelingt, während eine kampfübung im gegenseitigen vertrauen oder auch mit einem aggressiven ehrgeizling, den man die ganze zeit kontrolliert, ähnliches vergnügen wie das tanzen machen kann.

beim tanz ist frau halt im vorteil, weil sie bei der geringsten überschreitung ihrer grenzen einfach die entrüstungskarte ziehen kann.

in beiden fällen spielt es für die bedrohungsgrenze eine große rolle, wie sicher sich jemand seiner eigenen inneren unversehrbarkeit ist. tanzen und (besonders nach taiji-art) kämpfen sind beides situationen, die eine intimität erzeugen und auch erfordern - man kriegt gegenseitig viel wahrnehmung und zugriff; wenn da die innenstruktur überschwemmbar ist, ist die bedrohung zwangsläufig sehr tiefgehend.

Freitag, 4. April 2008

Man lernt viel

beim Unterrichten. Das ist ja nun recht neu für mich. Letzt hatte ich eine Anfängergruppe, die haben sich derart unbeholfen bewegt beim Qi Gong, dass ich mich als Anfänger habe stehen sehen vor ein paar Jahren. Genauso sah ich aus. Putzig. Und habe auch, trotz Erklärungen, die einfachsten Sachen nicht verstanden. Habe nach vorne zum Lehrer geguckt und nicht richtig sehen können, was der da macht, obwohl es ja eigentlich offensichtlich ist. Ist schon seltsam, dass man mit der Beobachtung und dem Gefühl für sich derart falsch liegen kann.

Am Schluss habe ich meine Lieblingsübung gemacht, der eine nimmt sich den Arm des zweiten und schüttelt ihn vorsichtig. Da habe ich dann zwei dieser unbeholfenen Mädels (waren meist um die 20 Jahre alt) gesehen, wie sie den Arm einfach so schlapp runterhängen lassen konnten und ihn derart entspannen konnten. Das fand ich sehr schön. Hätte ich nicht gedacht. Ist auch eine gute Übung für die, die schütteln, weil sie dann schon mal merken, wie es sich anfühlt, wenn der andere entspannt ist und wann angespannt.

Anders bei der anderen Gruppe, wo eine Frau um die Mitte 50 neu dabei ist, mit hochgezogenen Schultern, die sich ganz offensichtlich gegen den Druck ihres ganzen Lebens stemmen, den sie auf dem Buckel hat. Die konnte den rechten Arm (Rechtshänderin) überhaupt nicht entspannen. Gar nicht.

Interessant.

Aber das ist nicht alles, was ich lerne. Ich lerne auch, was ich alles noch nicht kann und nicht weiß. Ich lerne, was ich alles kann und weiß. Ich lerne, manche Sachen zu überdenken. Ich lerne, mir Partnerübungen auszudenken, ich lerne Methoden, wie man die Leute zum spüren bekommt, sich und den anderen spüren. Ich lerne Didaktik: die Stunde aufteilen, zu einem guten Abschluss kommen.

Was ich gut kann, was mein Lehrer immer als das Wichtigste bei Anfängern predigte: eine ruhige, konzentrierte Atmosphäre herstellen, wo die Leute nicht abschweifen, nicht anfangen zu quatschen, sondern sich auf die Übungen zu konzentrieren und ruhig werden. Ruhig werden ist die erste Voraussetzung für's Loslassen, für's Entspannen.

Donnerstag, 3. April 2008

Was Liuhe Bafa ist,

weiß ich gar nicht. Aber es gibt einen Blog darüber: Hier.

Dienstag, 1. April 2008

So ein Forum

kann ja eigentlich ganz nett sein, interessanter Austausch von Informationen, Ideen und Problemen. Aber manche Themen sind richtig unterirdisch. Das ist wohl Taiji-Stil Maulwurf Style. (Hallo Sascha, gibt es das?) Zum Beispiel die Frage "Sind Asiaten die besseren Lehrer?" Oder ob man sich platt auf die Fersen niederlassen kann, bei platten Füßen, ohne umzufallen. Da möchte ich nicht weiter stören. Da gehe ich doch lieber 'raus in die Sonne und trainiere noch ein bisschen. Tschüss.

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